Der Name Laumühlen stammt von einer bis in das 17. Jahrhundert arbeitenden Wassermühle, die sich in unmittelbarer Nähe des Gutes an der Oste befand. Hierbei handelte es sich nicht – wie man wegen des Namens vermuten könnte – um eine der Herstellung von Gerberlohe dienenden Lohmühle, sondern um eine in der Flussniederung (mittelniederdeutsch: Lewe) gelegenen Kornmühle. In alten schriftlichen Überlieferungen wird der Ort als Lewenmuehlen bezeichnet.
Seit der Osteeindeichung im Mittelalter hat es immer wieder Probleme mit dem Deich in Laumühlen gegeben. Häufig wurde der Deich überflutet und setzte das umliegende Weideland unter Wasser. Nach dem großen Deichbruch 1962 wurde ein neuer Deich gebaut, aber auch dieser sackte in einem Bereich ab und es kam wieder zu Überflutungen, weil der moorige Untergrund den Deich nicht trug. Nach der letzten Eiszeit floss die Oste, oder Teile davon, über Ihlbeck nach Basbeck, wie der Heimatforscher Klenk aus Lamstedt fesstellte.
So ist im Laumühler Bereich die mächtige Moorschicht an der Oste zu erklären, wo der Deich immer wieder versackte. Um dem Fluss mehr Raum zu geben, benötigten Deichboden zu entnehmen, die Deichlinie zu verkürzen und dem Naturschutz durch diesen Eingriff gerecht zu werden, wurde die Osteschleife ausgedeicht. Durch die Bodenentnahme entstand eine Pütte, die durch einen Durchstich zur Oste verbunden wurde. So kann Ebbe und Flut den Wasserstand der Pütte bestimmen und in kürzester Zeit ist ein wunderbares Naturschutzgebiet für Wasservögel und Fische entstanden.
Schiffstelle Laumühlen
Im 19. Jahrhundert blühte in Laumühlen, am Ufer der Oste, der Handel mit Sand, Ziegelsteinen und Torf auf. Es entstand eine Werft und eine Gaststätte mit Blick auf die Oste.
Das ausgeschenkte Bier wurde ebenfalls in Laumühlen gebraut. Der kostengünstige Transport auf dem Wasserwege, der zunehmende Bedarf an Torf und Ziegelsteinen für die Stadt Hamburg, der Bedarf an Sand für Beton des Nordostseekanals, sowie der Sandverkauf für den Damm nach Lamstedt ließen Laumühlen aufleben. Ebenso entstand eine Werft, auf der Holzewer (die Transportschiffe dieser Zeit) gebaut und repariert wurden.
Eine Lamstedter Ziegelei legte einen Schienenstrang bis zur Schiffstelle, so dass auch Lamstedter Ziegel auf die Ewer verladen werden konnten. Durch den Bau der Eisenbahn und den aufkommenden Straßenverkehr verlor die Schiffstelle an Bedeutung. Mit der Abnahme des Schiffsverkehrs ging die Werft zugrunde.
Die Ziegelei in Lamstedt schloss und der Bedarf nach Brenntorf verringerte sich. So mutet es wie ein Märchen an, wenn geschrieben steht, wie die Ewer in Hamburg am Neuen/Alten Wall die großen Kaufhäuser mit Brenntorf belieferten. Zu sehen ist heute noch die Landeinbuchtung mit der Wiese, aus der der Sand entnommen wurde, sowie die Wurt mit der ehemaligen Gaststätte.
Ehemaliges Kalksandsteinwerk in Klint
Auf dem jetzigen Lagerplatz der Fa. Hahn wurde 1906 ein Kalksandsteinwerk errichtet. Der Sand wurde aus dem Geestrücken gewonnen und es entstand die sogenannte „Klinter Schweiz“. Die Steine wurden per Schiff auf der Oste transportiert und in Hamburg verkauft. Die Gesellschaft hatte zwei Direktoren, die im Hotel Schmoldt in Hechthausen wohnten und täglich 4-spännig zur Fabrik fuhren. Leider geriet das Werk schon 1912 in Konkurs. Hamburg benötigte diese Steine nicht mehr in den Mengen und der Transport mit den Ewern auf der Oste wurde zu teuer.
Die Fabrik wurde abgerissen und der große Schornstein gesprengt. Der Pferdestall wurde als Wohnhaus genutzt und verschwand 1960. Aus den vielen übriggebliebenen Steinen wurden in Klint und Hechthausen ab 1912 Häuser aus diesen weißen Kalksandsteinen gebaut.
Klint I
Am Rande der Geest, zur Oste hin gelegen, gab es im Mittelalter mehrere adlige Güter, die im Besitz der Familie von Marschalck waren. So auch Klint I, das zwischen dem Ort Klint und dem Geesthof lag. Es war ein kleines Gut, welches 1558 erstmals erwähnt wurde.
Von einem Neubau, auf dem ein Jürgen Marschalck in jungen Jahren verstarb, wird um 1660 berichtet,. Das Gut wurde auch „Auf dem Neuenhoffe“ genannt. Es war ein stattlicher Hof mit umfangreichen Gerechtigkeiten (Rechten an Mühlen, Fähren, Jagd, Fischerei usw.) und Meyerhöfen.
Um 1806 sind die letzten Gebäude abgerissen und die Länderein und Gerechtigkeiten auf den Stammsitz Geesthof übertragen worden. Heute ist von dem Hof bis auf einige Bodensenkungen und Erhebungen nichts mehr zu erkennen.
Klint II - Klinthof
Östlich von Klint auf einer Geesthalbinsel zur Oste hin lag das adlige Gut Klinthof. Erwähnt wird es 1542 zum ersten Mal und wurde „Moorhof“ genannt. Um den Hof lagen Niedermoorflächen, die im Laufe der Jahrhunderte abgetorft und zu Grünland/ Ackerland kultiviert wurden.
Über den Hof erfahren wir nicht viel. Aber auch hier werden umfangreiche Gerechtigkeiten und Rechte genannt, wie an Fähren, Gerichten, Fischerei, Mühlen, Jagd, Mooren, Hutungen und natürlich die Aufnahme in die Ritterschaft als matrikelfähiges Gut.
1815 wird ein neues Gutshaus gebaut. Immer wieder wird von überfluteten Ländereien berichtet. Letzter dort lebender Besitzer war Theodor von Marschalck, der das Gut 1824 übernahm. Er verfügte in seinem Testament, dass die Klinter Waisenstiftung, die im 17. Jahrhundert von der Familie von Marschalck errichtet wurde, mit einem Waisenhaus zu unterstützen wäre. Außerdem sei aus dem Gelde für die Ablösung der Sklaven auf seinen Besitzungen in Surinam (Südamerika) eine Kirchenorgel in Hechthausen zu stiften. Beides wurde umgesetzt.
Der Hof hat 1899 eine Größe von 144 ha. Das baufällige Haus wurde 1880 abgerissen. Als eigentliches Gut hört der Klinthof 1935 auf zu bestehen. Der größte Teil der Ländereien ging 1935 in das „Waldgut Hutloh“ über. Gegenüber der alten Hofstelle ist um 1912 ein neues Haus aus den Steinen des Kalksandsteinwerkes Klint errichtet worden.